„Hier geht’s bergauf.“

Foto-Quellenhinweis: Von der Internetseite der Stadt Barsinghausen im Jahr 2021 abfotografiert.
„Hier geht’s bergauf.“
Ein Slogan, der zu Barsinghausen passte. Ein Satz, der Mut machen sollte und gleichzeitig unsere Stadt am Deister treffend beschrieb und einte.
Doch dann kam Corona.
2021 und 2022 wurde aus dem verbindenden „Hier geht’s bergauf“ auf der Internetseite der Stadtverwaltung plötzlich:
„Geimpft geht’s bergauf.“
Zufall? Humor? Eine kreative Werbeidee?
Oder ein politisches Signal?
Wir finden: Gerade im Rückblick auf die damalige Zeit darf diese Frage gestellt werden.
Denn wir erinnern uns.
Wir erinnern uns an die Angst.
Wir erinnern uns an die gesellschaftliche Spaltung.
Wir erinnern uns an Geimpfte und Ungeimpfte, an Ausgrenzung und gegenseitige Vorwürfe. An Menschen, die sich unter Druck gesetzt fühlten. An Familien, Freundschaften und gesellschaftliche Gruppen, die plötzlich entlang einer Impfentscheidung auseinandergerissen wurden.
Und mitten in dieser aufgeheizten Situation änderte die Stadt Barsinghausen ihren eigenen Slogan.
Nicht „Gemeinsam geht’s bergauf“.
Nicht „Barsinghausen hält zusammen“.
Sondern:
„Geimpft geht’s bergauf.“
Das ist zumindest bemerkenswert.
Der damalige Bürgermeister Henning Schünhof wurde nach unserer Darstellung auf diese Entscheidung angesprochen. Eine differenzierte Erklärung oder ein Abwägen gegenüber denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollten, soll dabei nicht erfolgt sein. Sinngemäß: Das haben wir so entschieden. Wir lassen das drauf!
Genau darin liegt das Problem.
Ein Bürgermeister ist nicht nur Bürgermeister derjenigen, die seiner politischen Linie folgen.
Er ist Bürgermeister aller Bürgerinnen und Bürger.
Auch derjenigen, die anderer Meinung sind.
Auch derjenigen, die unbequeme Fragen stellen.
Auch derjenigen, die sich gegen eine Impfung entschieden haben.
Man muss deren Entscheidung nicht teilen. Man muss sie nicht einmal gutheißen.
Aber man sollte sie respektieren.
Und eine Stadtverwaltung sollte sich hüten, durch ihre eigene Kommunikation den Eindruck zu erwecken, dass die einen auf der richtigen Seite stehen und es bei ihnen „bergauf“ geht – während andere indirekt auf der falschen Seite verortet werden.
War das wirklich notwendig?
Oder fehlte hier schlicht das politische Fingerspitzengefühl?
Vier Jahre später darf man diese Frage stellen.
Und vielleicht ist genau das die entscheidende Frage vor dieser Bürgermeisterwahl:
Braucht Barsinghausen einen Bürgermeister, der auch dann zuhört, wenn jemand anderer Meinung ist?
Einen Bürgermeister, der abwägt, vermittelt und versucht, Menschen zusammenzubringen?
Oder reicht uns einer, der sagt:
„Das haben wir entschieden. Basta.“
Für uns ist das keine Frage von links oder rechts.
Es ist eine Frage von Stil, Haltung und Führungsqualität.
Dr. Thomas Wolf steht für einen anderen politischen Ansatz: zuhören, hinterfragen, diskutieren und Entscheidungen nicht einfach als alternativlos verkaufen.
Henning Schünhof muss sich dagegen an seiner Amtsführung messen lassen.
Wir sind gegen das vergessen! Die damalige Aussage auf der Homepage der Stadt disqualifiziert sich und diejenigen, die sie verantworten!
Und deshalb sagen wir:
Barsinghäuser vergessen nicht.
Sie vergessen nicht, wie mit ihnen umgegangen wurde.
Sie vergessen nicht, wer in schwierigen Zeiten versucht hat, Brücken zu bauen – und wer lieber klare Fronten geschaffen hat.
Am 13. September kann jeder selbst entscheiden:
Soll es in Barsinghausen wieder gemeinsam bergauf gehen?
Oder bleibt am Ende nur: „Geimpft geht’s bergauf.“
Ihr habt die Wahl.
